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Balladen – einmal anders

18 . Mai 2017

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“, „Wann treffen wir drei wieder zusamm’?“,

„Wer ist John Maynard?“

Wer kennt sie nicht, die Anfänge der berühmten Balladen? Generationen von Schülern haben sie im Deutschunterricht analysiert und auswendig gelernt sowie dazu Inhaltsangaben angefertigt. Ganz anders präsentierten die Schüler der Klasse 7.5 unter der Leitung ihrer Klassenlehrerin Dr. Susanne Meier die Ergebnisse ihrer kreativen Auseinandersetzung mit Balladen.

Im Deutsch- und Musikunterricht bereiteten sie einen Balladenabend vor, der die „alten“ Texte schwungvoll inszenierte. Deutlich war der Gruppe ihre Theatererfahrung anzumerken, handelt es sich doch bei der Klasse 7.5 um die erste Theaterklasse an der EFG, bei der im 5. und 6. Schuljahr zwei Stunden „Theater“ auf dem Stundenplan standen. Deutliches Sprechen, große Spielfreude, Selbstständigkeit bei Umbauten, Souveränität und Improvisationsfähigkeit prägten daher den gelungenen Abend.

Los ging es mit einer Bänkelsängerszene, die dem Zuschauer vermittelte, mitten im Geschehen zu sein. „John Maynard“ sah man auf der Bühne das Steuerrad halten, während das Schiffsvolk ihn anfeuerte durchzuhalten. Schaurige Skelette tanzten im Schwarzlicht Goethes „Totentanz“ zu Michael Jacksons ,,Thriller” und dem „Zauberlehrling“ – geschickt inszeniert durch wechselnde Besetzungen – merkte man seine zunehmende Panik an. Parodien auf die „Klassiker“ holten die Inhalte in die Gegenwart und sorgten beim Publikum für Lacherfolg.

Bei der „Brück am Tay“ sah man die Brücknersleute besorgt singend am Fenster stehen und auf ihren Sohn Johnny warten, der mit dem Zug ankommen sollte. Der rollte dann nach dem Beispiel des „Starlight-Express“ auf Inlineskates durch die Aula.

Die Schüler selbst führten gekonnt durch das Programm, bei dem musikalische Beiträge mit Spielszenen, Reportagen, Schatten- und Schwarzlichttheater wechselten. Auch das Medium Handy erhielt einen Auftritt, um nämlich die Frage nach der Identität von John Maynard zu klären. „Ich bin stolz auf euch!“, kommentierte die Klassenlehrerin am Ende die Leistung ihrer Schüler – und dies vollkommen zurecht. Den Schülern der 7.5 werden Goethe, Schiller und Fontane sicher in lebendiger, positiver Erinnerung bleiben – den Zuschauern ebenso.

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