Projektskizze: Siegel berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule

Ausgangssituation

Obwohl es eine steigende Anzahl jugendlicher Bewerber ohne Ausbildungsplatz gibt, haben Unternehmen immer häufiger Schwierigkeiten geeignete Bewerber zu finden bzw. fehlen Bewerber für einige Berufe gänzlich. Darüber hinaus werden zu großer Zahl Ausbildungen abgebrochen und sind viele Schüler nichtmehr in der Lage, den an sie gestellten Anforderungen in der Ausbildung gerecht zu werden.

Viele allgemein bildende Schulen begegnen den aktuellen Problemen im Übergang von Schule in den Beruf bereits heute mit großer Offenheit und innovativen Ansätzen. Diese Prozesse gilt es gezielt zu unterstützen und an den jeweiligen Stärken der Schulen anzusetzen, diese zu erweitern und gute Praxisbeispiele auf andere Schulen zu übertragen.

Mit der hier vorgestellten Projektskizze wird ein Ansatz der Bertelsmann Stiftung vorgestellt, der in Ostwestfalen Lippe gemeinsam mit der IHK, HWK und dem Kreis umgesetzt wurde. Von den 140 allgemein bildenden Schulen in OWL nahmen 70 Schulen in den ersten drei Jahren teil, 35 Schulen wurden mit dem Siegel zertifiziert. Inzwischen wurde das Modell in Düsseldorf, Hannover und Hamburg übernommen.

Projektziele

Durch die Zertifizierung mit dem „Siegel berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule“ werden die vorhandenen Bemühungen der allgemein bildenden Schulen in Bezug auf Leistungen bei der Berufsorientierung und ihre Aktivitäten im Kontext Schule und Wirtschaft herausgestellt, anerkannt und gefördert. Eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Berufswahl und Ausbildungsvorbereitung an den Schulen ist das mittelfristige Ziel. Hierbei kann auf den guten Beispielen aufgebaut werden. Langfristig wird eine regionale Vernetzung von Schulen und Unternehmen angestrebt.

Projektinhalt/-ablauf

Die interessierten Schulen nehmen an einer Informationsveranstaltung teil, in der der Prozess, der Zeitablauf und die Bedingungen der Vergabe des Berufswahlsiegels dargestellt werden. Die Schulen werden über den Bewerbungsprozess (Vorgehen und Dauer) und die Kriterien zur Beurteilung der Schulen informiert.

Diese Kriterien sind auf das mögliche Angebot von Schulen zu den Themen Berufsorientierung und Ausbildungsvorbereitung zugeschnitten.

Während der Bewerbungs und Sondierungsphase erhalten die Schulen kostenlos qualifizierte Unterstützung durch ein Sekretariat, das den Prozess organisiert, koordiniert und moderiert.

Die Bewerbungen der Schulen werden durch eine Jury auf ihre Qualität geprüft. Positiv geprüfte Anträge werden durch Teams der
Jury in direkten Vor-Ort-Gesprächen mit den Lehrern und den Schülern der Schulen auf ihre Richtigkeit/ Vollständigkeit
überprüft und in einer weiteren Sitzung der Jury endgültig beurteilt.

Schulen, die in beiden Runden positiv beurteilt wurden, wird das „Siegel berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule“ öffentlich verliehen. Dieses Siegel darf drei Jahre im Briefbogen geführt werden. Nach Ablauf dieses Zeitraums können die Schulen an einem Re-Zertifizierungsverfahren teilnehmen.

Extras

Das Siegel kann durch Sonderpreise (Unternehmensspenden) für herausragende Leistungen in Fachgebieten ergänzt werden.
Hier bieten sich Themen wie Naturwissenschaften an.

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