Schulen, die bei der Berufswahl hilfreich sind!

Artikel über die Verleihung 2005
WUPPERTAL, Die Westdeutsche Zeitung berichtet:

Mit dem Zertifikat “berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule” können seit gestern vier Wuppertaler Schulen für sich werben.

Wuppertal. Rund 5,5 Milliarden Euro zahlen Bund und Länder Jahr für Jahr für den “nachschulischen Reparaturdienst”, wie Helmut
E. Klein vom Institut der Deutschen Wirtschaft es ausdrückt. Geld, das eingesetzt wird, um Jugendlichen ohne verwertbaren Schulabschluss Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten. Dazu gesellt sich nach Erkenntnis des Kölner Instituts noch die Tatsache, dass die Schulabschlüsse zu keinem sonderlich großen Teil auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Wirtschaft eingehen.

Kein Wunder also, wenn Maßnahmen begrüßt werden, die diese Lücke zwischen Schule und Wirtschaft weiter schließen. Eine davon
ist die in Wuppertal gestern erstmals vorgenommene Vergabe des “Siegels berufswahlund ausbildungsfreundliche Schule”. Vier Wuppertaler Schulen können sich von jetzt an mit diesem Siegel schmücken, damit in den Wettbewerb treten und für sich werben.

Siegel-Auszeichnung1b
Das sind

Hauptschule Oberbarmen

Sie bietet laut Jury unter anderem ein überzeugendes Gesamtkonzept. Die Berufswahlorientierung beginnt schon in Klasse 7, für jedes Praktikum gibt es einen Zeugnisvermerk oder ein Zeugnis-Beiblatt, alle Lehrer haben Zugriff auf Materialien zur Berufsorientierung.

Realschule Helmholtzstraße

Hier gibt es ein breites Spektrum an berufsvorbereitenden Maßnahmen. Die Schüler fertigen individuelle statt vorgegebener Praktikumsauswertungen an, es gibt eine öffentliche Praktikumsausstellung, jährlich findet zudem in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben die Info-Börse Schule und Beruf statt.

Erich-Fried-Gesamtschule

Sie setzt in der Jahrgangsstufe 8 mit der Berufs und Arbeitsweltorientierung an, bietet ein dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum in Stufe 9, es folgen Evaluation und Dokumentation der Praktika. Als bemerkenswert gilt die Einbindung der Schule in zahlreiche Projekte des Stadtteils Ronsdorf.

Berufskolleg Werther Brücke

Angebote zur Neigungs- und Berufsorientierung ziehen sich laut Jury wie ein roter Faden durch die Bildungsgänge, intensiv werden die Kontakte zur Wirtschaft genutzt, beispielsweise über die Lernort-Kooperation mit Ausbildungsbetrieben. Unterstützt werden die Maßnahmen zudem durch Angebote zum Sozialverhalten.

Das Siegel geht auf eine Initiative des Beirats Schule/Beruf der Stadt zurück. Am Verfahren beteiligt sind Arbeitgeberverbände, Schulamt, IHK und Agentur für Arbeit. Vor der Vergabe des Siegels standen auch Schulbesuche an mit besonderem Augenmerk auf Kontinuität, Vielseitigkeit und Praxisorientierung. 14 Schulen haben sich beworben, darunter nur ein Gymnasium. Das Zertifikat wird für vier jahre vergeben, dann geht es um die Rezertifizierung. Die eigentliche Zertifizierung soll alle zwei Jahre stattfinden, beim nächsten Mal zusammen mit Solingen und Remscheid.

31.05.05
Von Klaus Koch

'